Marienhospital

fachbereich

Klinik für Urologie

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Unser Leistungsspektrum

  • Behandlung gut- und bösartiger Erkrankungen der Prostata inkl. Radikaloperation
  • oder HIFU-Thermotherapie sowie Transurethrale Resektion (TUR)
  • Laparoskopie (Schlüssellochchirurgie)
  • Harninkontinenz
  • Hoden- und Peniskarzinome
  • Erektile Dysfunktion
  • Harnsteinleiden
  • Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie der Niere (ESWL)
  • Behandlung von Blasengewächsen inkl. Transurethrale Resektion und Radikaloperation mit Anlage einer künstlichen Blase

Behandlungsmethode:

Nierensteinzertrümmerung (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie der Niere)

Das Krankheitsbild

Bei Nierensteinen handelt es sich um kristallisierende Ablagerungen in den ableitenden Harnwegen. Diese liegen neben den Harnwegen, Nierenkelchen und im Nierenbecken. Die Erkrankung ist relativ verbreitet, ungefähr eine von 100 Personen ist davon betroffen. Männer sind doppelt so oft wie Frauen betroffen.

Die Größe der Steine ist sehr unterschiedlich. Manche erreichen lediglich Stecknadelkopfgröße. Andere dagegen füllen beinahe das gesamte Nierenbecken aus. Solange die Nierensteine sich in den Nieren aufhalten und keine harnableitenden Harnwege verschließen, bleiben die Schmerzen aus. In dem Moment, in dem sie in die Harnleiter rutschen, verursachen sie bei dem Patienten starke Schmerzen (Koliken). In leichten Fällen können die Nierensteine ohne großen Aufwand ausgeschwemmt werden. In schwereren Fällen werden sie zertrümmert (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, ESWL).

Die Behandlung

Im Marienhospital wird mit einem Gerät der neuesten Generation gearbeitet. Dieses Gerät be­sitzt einen Stoßwellen­generator, der von Flüssigkeit um­geben ist und auf die Nieren gezielt Stoßwellen appliziert. Die Behandlung kann in der Regel ohne Narkose ggf. mit leichter Schmerz­mittel­gabe erfolgen. Voraus­setzung zur Durchführung der Behandlung ist, dass der Patient keine blutver­dünnen­den Medikamente einnimmt, welche die Gerinn­ung beeinflussen.

Der Ort der Bündelung der Strahlen (Fokus- oder Brennpunkt) wird mittels Röntgen- oder Ultraschallortung bestimmt. Der Betroffene wird so positioniert, dass die Wellen dort im Körper ihre größte Kraft entfalten, wo sich die Steine befinden. Auf ihrem Weg durch das Körpergewebe verursachen sie keine Schäden. Die richtige Lage der Harnsteine zum Brennpunkt der Wellen wird dabei während der Steinzertrümmerung ständig (entweder über Röntgen oder Ultraschall) kontrolliert. Im Normalfall ist keine Betäubung notwendig. In Ausnahmefällen (Kinder oder sehr schmerzempfindliche Patienten) wird die Behandlung in Vollnarkose durchgeführt.

Die durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Behandlung vermindert die Beschwerden beträchtlich. Der Patient liegt auf dem Rücken auf der Untersuchungsliege des Gerätes. Die Steine werden berührungsfrei durch den Lithotriptor in kleinste Teile zerlegt, indem die auf verschiedene Weise erzeugten Stoßwellen durch Reflektoren auf die Steine gebündelt werden. Die Steintrümmer werden in der Folgezeit spontan über den Harntrakt ausgeschieden. Dabei kommt es vereinzelt zu krampfartigen Schmerzen (Koliken). Moderne Lithotriptoren sind in der Lage, 95-98 % aller Steine des Harntraktes ausreichend zu zerstören.

Die Dauer der Behandlung liegt zwischen 30 und 60 Minuten.

Die Erfolgsrate der Behandlung hängt von der Lage und Größe sowie der Zusammen­setzung der Steine ab. Sofern die Steine eine bestimmte Größe über­schreiten, ist es möglich, dass zusätzliche Behandlungen (z. B. die Einlage einer sogenannten Ureterschiene zur Drainage des Urins) erforderlich sind. Dieses muss im Einzelfall entschieden werden.

Nach der Behandlung

Die Steine werden üblicherweise ambulant oder im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes zertrümmert. Am Vortag der Behandlung sollte der Patient blähende Speisen und Getränke - etwa kohlensäurehaltiges Mineralwasser, Bier, Obstsäfte, Kohl oder Linsen - meiden. In einigen Fällen ist die Gabe von entblähenden Medikamenten erforderlich. Der Patient sollte außerdem viel trinken (3-4 Liter), um so die Steinfragmente schneller ausscheiden zu können. Körperliche Bewegung (z. B. Treppensteigen) ist ebenfalls sehr empfehlenswert.

Stand: 03. März 2013