St. Johannes-Hospital

fachbereich

Klinik für Neurologie

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Diagnostik

Die Klinik für Neurologie bietet ein umfassendes diagnostisches Leistungsspektrum an:

EMG (Elektromyographie)

Bei der Elektromyographie wird mit einer Nadelelektrode die Aktivität der Muskelzellen über die elektrische Aktivität aufgezeichnet. Die Nadel mit der in den Muskel gestochen wird hat einen Durchmesser von nur 0,6 mm, ähnlich einer Akupunkturnadel. Die Untersuchung ist ein wichtiger Baustein in der Diagnostik neuromuskulärer Erkrankungen, wie z.B. der Polyneuropathien. Für spezielle Fragestellungen bei der Frage nach neuromuskulären Übertragungsstörungen, z.B. einer Myasthenia gravis, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, ein Einzelfaser-EMG durchzuführen.

NLG (Elektroneurographie)

Bei dieser Untersuchung wird die Leitfähigkeit der peripheren Nerven gemessen. Hierzu werden Elektroden auf der Haut angebracht und der Nerv elektrisch gereizt. Diese Untersuchung ist vor allem in der Diagnostik von Neuropathien ein wichtiger Bestandteil und für den Patienten völlig ungefährlich. Darüber hinaus besteht für spezielle Fragestellungen, z.B. bei Verdacht auf ein Guillain Barré-Syndrom, die Möglichkeit eine Leitungsblockuntersuchung durchzuführen.

MEP (magnetisch evozierte Potentiale)

Mit Hilfe magnetisch ausgelöster Stromreize werden die Nervenbahnen, die vom Gehirn zu den Muskeln ziehen (motorische Bahnen) untersucht. Mit Hilfe einer Magnetspule werden die Zellen der motorischen Hirnrinde elektrisch aktiviert und mit auf den Muskel geklebten Elektroden die Antwortpotentiale abgeleitet. Somit können Störungen der zentral motorischen Bahn, also z.B. Entzündungen des Rückenmarks, diagnostiziert werden.

SEP (sensibel evozierte Potentiale)

Mittels kurzer, schwacher elektrischer Impulse werden die sensiblen Nerven am Fuß bzw. an der Hand gereizt. Die Ableitungen erfolgen über auf der Haut aufgeklebte Elektroden im Verlauf der Nervenbahnen über dem Rückenmark und dem Gehirn. Mit Hilfe der Untersuchung ist es möglich Störungen der sensiblen Nervenbahnen, z.B. bei Entzündungen des Rückenmarks oder Gehirns festzustellen.

VEP (visuell evozierte Potentiale)

Bei der Untersuchung schaut der Patient auf ein sich bewegendes Schachbrettmuster auf einem Bildschirm der vor ihm steht. Mit am Hinterkopf angebrachten Elektroden wird die hierdurch in der Sehrinde hervorgerufene elektrische Aktivität gemessen. Dies ermöglicht eine Aussage über die Sehbahn, die häufig im Rahmen einer entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems geschädigt ist.

AEP (akustisch evozierte Potentiale)

Über einen Kopfhörer bekommen Sie nacheinander Klickgeräusche auf beiden Ohren zu hören. Über Elektroden auf dem Kopf und hinter dem Ohr wird die hervorgerufene elektrische Aktivität im Verlauf der Hörbahn gemessen. Diese Methode erlaubt eine diagnostische Aussage über die Funktion der Hörbahn und damit des Stammhirns.

ENG (Elektronystagmographie)

Mit Hilfe von neben die Augen geklebten Elektroden werden die Augenbewegungen aufgezeichnet. Während der Untersuchung werden im Sitzen verschiedene Aspekte der Okulomotorik und der Gleichgewichtsorgane getestet. Dazu wird auch die Funktion des Gleichgewichtsapparates durch eine Spülung des Gehörgangs mit 30 Grad „kaltem“ Wasser getestet. Die Untersuchung wird bei Patienten mit Schwindelsymptomen und Gleichgewichtsstörungen eingesetzt und erlaubt Rückschlüsse darüber ob die Störung im Gehirn oder im Innenohr zu suchen ist.

EEG (Elektroencephalographie)

Doppler-/Duplexsonographie

Mittels Ultraschalldiagnostik können die hirnversorgenden extra- und intracraniellen Gefäße untersucht werden. Zur Abklärung eventueller Strömungsbehinderungen stehen die Möglichkeiten des extra- und transcraniellen CW-Dopplers zur Verfügung, sowie die Möglichkeiten der Schnittbilddiagnostik mittels Duplex- und farbkodierter Duplexsonographie. Mit der transkraniellen Doppler- und Duplex-Sonographie können die intrakraniellen Gefäße untersucht werden. Ferner bestehen die Möglichkeiten der Emboliedetektion und verschiedener Kontrastmitteluntersuchungen.

Muskel- und Nervenultraschall

Mit dem Muskelultraschall können strukturelle Veränderungen der Muskulatur, besonders bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen der Muskulatur untersucht werden. Der Nervenultraschall wird insbesondere bei Engpasssyndromen, wie dem Karpaltunnelsyndrom oder dem Sulcus ulnaris-Syndrom eingesetzt, um die anatomischen Gegebenheiten im Bild darzustellen.

FEES® (Videoendoskopische Schluckdiagnostik)

Etwa 50% aller Schlaganfall-Patienten erkranken in der Akutphase an einer Schluckstörung. Des Weiteren können u.a. auch neurodegenerative Erkrankungen wie beispielsweise der Parkinsonsyndrome und Demenzen in ihrem Verlauf eine Schluckstörung entwickeln. So erhöht sich das Risiko einer Lungenentzündung um ein Vielfaches. Die videoendoskopische Schluckdiagnostik ist ein schonendes und zugleich aussagekräftiges Verfahren zum Erkennen und Differenzieren von Schluckstörungen. Hauptvorteil dieser Untersuchung ist die innere Darstellung des Schluckaktes mittels eines dünnen Endoskops, welches durch die Nase eingeführt wird. Die Untersuchung kann sowohl sitzend als auch im Patientenbett beliebig oft durchgeführt werden. Für die Untersuchung ist keine Narkose erforderlich, lediglich eine lokale Betäubung der Nasenschleimhäute. Die Dauer beträgt durchschnittlich 15 Minuten. Nach der anatomischen Beurteilung des Rachens, des Kehlkopfes und der Funktion des Speichelschluckens wird der Schluckakt in der Regel, mit verschiedenen Konsistenzen ( flüssig, breiig, fest ) und Portionsgrößen, nach einem standardisierten Protokoll geprüft und beurteilt.

Stand: 2. Januar 2013