Karolinen Hospital

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Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie

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Diagnostik

Zentrale Werkzeuge zur Untersuchung und Einleitung der Behandlung stellen die folgenden Untersuchungsmethoden dar:

Ultraschalluntersuchung (Sonografie)

Betrifft in erster Linie die Untersuchung der Bauchorgane, aber auch die Organe des Brustkorbraumes, des Halses und der Schilddrüse sowie der Gefäße, auch in farbkodierter Dopplertechnologie (Farbduplexsonografie).

Bei besonderen Fragestellungen wird eine kontrastmittelverstärkte Ultraschalluntersuchung durchgeführt, bei der über die Vene das Kontrastmittel die Befunderkennung im Bauchraum, insbesondere in der Leber erhöht.

Darüber hinaus wird die Ultraschalluntersuchung über Hohlorgane, d. h. über ein Endoskop, welches in Speiseröhre, Magen oder Darm eingeführt wird, durchgeführt (Endosonografie).  Mit dieser Technik können  gezielt Gewebeproben gewonnen werden, es kann eine Sekretableitung oder eine Drainage von entzündlich verändertem Gewebe unter Ultraschallsicht durchgeführt werden.

Endoskopie

Die Endoskopieabteilung ermöglicht die Durchführung von Spiegelungen der Hohlorgane.

Hier zugehören:

  • Magenspiegelung (Gastroskopie)
  • Darmspiegelung (Coloskopie und Enteroskopie)
  • Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie)
  • Spiegelung der Gallenwege (Cholangioskopie)
  • Kapseluntersuchung des Dünndarmes (Kapselendoskopie)
  • Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie, Mini-Laparoskopie)

Bei allen diesen Maßnahmen sind Eingriffe möglich, wie:

  • Blutstillung ( durch Unterspritzen, Metallklammer-Einsetzen, Argonplasmakoagulation, Gummibandligatur, Histoacryl-Verklebung, Fibrinklebergabe, Hämospray)
  • Abtragung von bösartigen Veränderungen (Endomucosaresektion, endoskopische Submucosadissektion, Argonplasmakoagulation, Vollwandresektion)
  • Polypabtragung
  • endoskopische Dehnungsbehandlung von Engstellen (Bougierung und Ballon-Dilatation)
  • Einbringen von Prothesen (Plastik- und Metallgitter-Prothesen)
  • Behandlung von inneren Krampfadern (Varizenligatur und –sklerosierung)
  • Entfernung von Fremdkörpern
  • Einlage von Ernährungssonden über die Nase, über die Bauchdecke (PEG, PEJ)
  • Hämorrhoidenbehandlung (Ligatur, Sklerosierung)

Röntgen-Untersuchungen der Organe

Neben Ultraschall und Endoskopie werden auch Röntgen-Untersuchungen der Organe durchgeführt, zum Teil als Schnittbildverfahren (Computer-, Kernspintomografie). Auch hier sind bildgebend gezielte Punktionen und Drainagen möglich. Als Kombinationsbehandlung zwischen Endoskopie und Röntgen wird in großer Zahl die Darstellung der abführenden Gallenwege und des Pankreasgangsystems durchgeführt (ERCP). Hierbei kann auch eine Behandlung vorgenommen werden, bei Abflussstörung kann die Mündung aufgeschnitten, es können Proben entnommen werden, Steine aus dem Gallengang oder Bauchspeicheldrüsengang entfernt werden. Engstellen könne erweitert werden, Plastik- oder Metallgitterprothesen zur Sicherung des Sekretabflusses eingelegt werden. Über diesen Zugang können auch Tumore der Gallenwege lokal behandelt werden (Radiofrequenzablation).

Von der Röntgenabteilung werden auch nuklearmedizinische Untersuchungen durchgeführt. Hier werden radioaktive Substanzen appliziert, die durch ihr Verteilungsmuster  Organerkrankungen nachweisen. Insbesondere häufig eingesetzt zur Diagnose von Knochenerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, aber auch Tumorerkrankungen im Bauchbereich.

Invasive/ Interventionelle Maßnahmen

Hier werden mit Hilfe von Ultraschall, Röntgen oder Endoskopie Behandlungen vorgenommen, um einen größeren operativen Eingriff zu ersetzen, u. a.:

  • Spiegelung des Bauches (konventionelle oder Mini-Laparoskopie mit gezielter Probenentnahme)
  • Galleableitung nach außen (PTCD) sowie von außen angelegte innere Gallendrainage (Yamakawaprothese)
  • Pankreaspseudozytenpunktion und –drainage mit Nekrosenausräumung
  • Zenkerdivertikulotomie
  • Radiofrequenzablation von Lebertumoren und Gallenwegstumoren
  • Vollwandresektion von frühen Tumoren des Magen-Darm-Traktes
  • Dünndarmspiegelung (Enteroskopie) mit Tumorabtragung oder Verschorfung von Blutungsstellen
  • Zerstörung von Geweben mit drohender Tumorentwicklung (Barrett-Ablation)
  • Interventionelle Schmerztherapie (Ganglion-Coeliacum-Blockade) sowie Erweiterung und Offenhalten von Engstellen durch Prothesen (Plastik oder Metall) in den Gallenwegen, Bauchspeicheldrüsengang, Speiseröhre, Magen und Darm.

 

 

Funktionsuntersuchungen

Als Funktionsuntersuchungen werden Atemtests der Verdauungsfunktion (H2-Atemtest), Langzeitsäure-Messung in Magen und Speiseröhre (Langzeit-pH-Metrie) sowie Druckmessungen im oberen Verdauungstrakt (Manometrie) durchgeführt.