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15.02.2016

Computer-Systeme im Klinikum Arnsberg laufen nach Cyberattacke wieder

Das Klinikum Arnsberg wurde Opfer eines Angriffs mit Computerviren. IT-Experten des Klinikums entdeckten am Freitagnachmittag eine Schadsoftware in einem Verzeichnis des Kliniknetzwerks. Nachdem der Virus-Angriff identifiziert worden war, hat die Klinikleitung in Absprache mit dem Landeskriminalamt, dem IT-Team und IT-Dienstleistern schnell reagiert. „Um Schäden zu vermeiden haben wir unser IT-System am 12.02. geplant heruntergefahren“, informierte Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung, Klinikum Arnsberg.

Danach arbeiteten die IT-Experten bis zum Sonntagvormittag, 14.02., 9:55 Uhr, an der Überprüfung der Systeme und der gesicherten Wiederinbetriebnahme der Dienste. Seit dem laufen die für die Patientenversorgung wesentlichen Informationssysteme wieder.

Die Versorgung unserer Patienten war jederzeit uneingeschränkt sichergestellt. Unsere wesentlichen medizinischen Geräte arbeiten auch ohne IT-Netzwerk. Jedoch ist der Kommunikations- und Abstimmungsaufwand bei einem Ausfall des IT-Netzwerks erheblich höher. Ärzte und Pflegeteam mussten sich mit schriftlichen Aufzeichnungen von medizinischen Daten und Laborwerten behelfen. Wo erforderlich wurden Befunde zwischen den Standorten wieder per Fax übertragen. „All dies haben wir durch eine erhöhte Personalstärke aufgefangen. Es gab große Unterstützung seitens der Mitarbeiterschaft, das war ein Bravourstück unseres Mitarbeiterteams“, lobt Kemper.

Wegen des Computerausfalls konnten jedoch nicht alle neuen Patienten aufgenommen werden, wobei eine Erstversorgung akuter Notfälle dennoch gewährleistet blieb. „Wir haben uns zunächst auf die vorhandenen Patienten konzentriert“, sagt Werner Kemper. Krankenhäuser außerhalb der Stadt Arnsberg mussten in dieser Zeit die Aufnahme neuer Patienten übernehmen. Nicht akut gefährdete Notfallpatienten kamen direkt in dieumliegenden Krankenhäuser. Die Rettungsleitstelle in Meschede war ebenso wie die Feuerwehr in Arnsberg informiert und integriert.

Das Klinikum Arnsberg ist nicht das einzige Opfer. „In den vergangenen Tagen und Wochen hatten bereits weitere Kliniken in NRW aber auch Industrieunternehmen ähnliche Probleme“, informierte Kemper und ergänzt: „Wir konnten die Quelle des Virus identifizieren. Unsere Aufzeichnungen haben wir den Ermittlungsbehörden übergeben. Dort wird das Material nun analysiert.“